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Zusammenfassung der pädagogischen Leitlinien

Der pädagogische Hintergrund von CASA BIMBO ist durch die erzieherische Erfahrung inspiriert, die in der Nachkriegszeit im Kinderzentrum in der Loczystraße in Budapest gemacht wurde und bis heute zum Muster für alle jene gilt, die sich um das Wohlergehen der Kinder kümmern. Am Beispiel dieser Erfahrung wurde aufgezeigt, wie Erziehung in erster Linie im Alltag erfolgt, der demnach, aufgrund seiner Bedeutung, entsprechend gepflegt und aufgewertet werden muss.

Schon zu Beginn seiner Genossenschaftstätigkeit, gehören die Alltäglichkeit und das familiäre Umfeld zu den Hauptmerkmalen von CASA BIMBO; aus diesem Grund hat die Genossenschaft beschlossen, die Budapester Erfahrung zu vertiefen, da sie Aspekte der Kindererziehung in den Vordergrund stellt, die ihren eigenen Werten sehr nahe stehen.

 

Diese Leitlinien können folgendermaßen zusammengefasst werden:

Große Bedeutung wird der Einlebensphase beigemessen. Sie wird so organisiert, dass dem Kind und seiner Familie schrittweise viele Gelegenheiten geboten werden, die neue Umgebung, die Tagesmütter und andere anwesende Kinder kennen zu lernen. Während der gesamten Einlebensphase sind die Eltern die meiste Zeit zusammen mit dem Kind im Haus der Tagesmutter anwesend, erleben zusammen mit ihr verschiedene Momente des Tages und die Gewohnheiten der Gruppe und tauschen alle erforderlichen Informationen aus, um das Wohlbefinden des Kindes unter voller Beachtung seiner Bedürfnisse zu erzielen. In dieser Zeit übt die Tagesmutter eine Beobachtungstätigkeit aus, die sie regelmäßig weiterführen wird und auf welche sie sich bei der Arbeit mit den Kindern und beim Informationsaustausch mit den Eltern stützen kann. Die Beobachtungen werden sowohl anhand schriftlicher Aufzeichnungen als auch durch fotografisches Bildmaterial dokumentiert und bilden eine Art Tagebuch, in dem die verschiedenen Phasen, die das Kind während seines Aufenthaltes bei der Tagesmutter durchlaufen hat, festgehalten werden. Während der Einlebensphase von neuen Kindern wird die Tagesmutter von der Koordinatorin und vom psychopädagogischen Team der Genossenschaft besonders betreut.

 

Ein anderer, für uns äußerst wichtiger Moment, der nicht mehr mit der Einlebensphase, sondern mit dem Alltag zusammenhängt, ist der Empfang, der die Trennung vom Elternteil bedeutet und so gestaltet wird, dass er jeden Tag gleich ist und in beruhigender Weise erfolgt. Auch wenn sich der Gedankenaustausch mit dem Elternteil gewöhnlich aus Zeitmangel oft auf wenige Sätze beschränkt, ist man dem Kind gegenüber sehr „einladend“, man stellt ihm den Tag und die geplanten Spiele vor und nimmt es, durch eine Reihe von ritualisierten Tätigkeiten (z.B. zusammen den Speiseplan anschauen, den Mantel im Schrank ablegen, die Hausschuhe anziehen ...), in die Gruppe auf, damit sich das Kind schrittweise und ohne Hast den Aktivitäten und den anderen Kindern, von denen es erwartet wird, nähern kann, mit der Gewissheit, dass das Elternteil „fortgegangen ist, aber zurückkehren wird“. Auch auf den Zeitpunkt des Abschieds wird dasselbe Augenmerk gelegt, damit das Kind unbeschwert und mit dem Wunsch, zurückzukehren, fortgeht.
 

Ein anderer Punkt, auf den unseres Erachtens besonders zu achten ist, betrifft die Gestaltung der Räume. Zimmer und Einrichtungsgegenstände sind als echtes erzieherisches Hilfsmittel zu betrachten und daher so zu gestalten, dass sie den Entwicklungsphasen der Kinder angepasst sind und ihnen die größtmögliche Freiheit sowohl beim Sich-Bewegen als auch beim Gebrauch der ihnen zu Verfügung gestellten Gegenstände und Spielsachen lassen.
 

Wir achten auch sehr auf die Haltung, welche die Tagesmütter den Kindern gegenüber einnehmen sollen: Wir wollen den Kleinen die Freiheit lassen, die sie brauchen, wobei wir ihnen aber ständig Aufmerksamkeit schenken und immer für sie einen Bezugspunkt darstellen, der Sicherheit vermittelt, da wir uns der „Spuren“ bewusst sind, die unser Verhalten in den Kleinen zurücklässt, die zusammen mit uns den Tag verbringen.

Wir arbeiten unter Beachtung der kindlichen Zeiten und sind darum besorgt, den Tagesablauf so zu gestalten, dass alles in Ruhe verrichtet werden kann und man ihren Interessen entgegenkommt.
 

Wir versuchen die mit dem Alltag zusammenhängenden Situationen so weit wie möglich aufzuwerten (die Mahlzeit, den Schlaf, die körperliche Hygiene usw.) und den Kindern Freiraum für die Entwicklung ihrer Selbstständigkeit zu lassen, ohne sie dabei in die Abhängigkeit von Erwachsenen zu treiben sondern durch das Aufbauen bedeutungsvoller Beziehungen, die Vertrauen und Sicherheit schenken.