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Diese Leitlinien können folgendermaßen
zusammengefasst werden:
Große Bedeutung wird der Einlebensphase
beigemessen. Sie wird so organisiert, dass dem Kind
und seiner Familie schrittweise viele Gelegenheiten
geboten werden, die neue Umgebung, die Tagesmütter
und andere anwesende Kinder kennen zu lernen.
Während der gesamten Einlebensphase sind die Eltern
die meiste Zeit zusammen mit dem Kind im Haus der
Tagesmutter anwesend, erleben zusammen mit ihr
verschiedene Momente des Tages und die Gewohnheiten
der Gruppe und tauschen alle erforderlichen
Informationen aus, um das Wohlbefinden des Kindes
unter voller Beachtung seiner Bedürfnisse zu
erzielen. In dieser Zeit übt die Tagesmutter eine
Beobachtungstätigkeit aus, die sie regelmäßig
weiterführen wird und auf welche sie sich bei der
Arbeit mit den Kindern und beim
Informationsaustausch mit den Eltern stützen kann.
Die Beobachtungen werden sowohl anhand schriftlicher
Aufzeichnungen als auch durch fotografisches
Bildmaterial dokumentiert und bilden eine Art
Tagebuch, in dem die verschiedenen Phasen, die das
Kind während seines Aufenthaltes bei der Tagesmutter
durchlaufen hat, festgehalten werden. Während der
Einlebensphase von neuen Kindern wird die
Tagesmutter von der Koordinatorin und vom
psychopädagogischen Team der Genossenschaft
besonders betreut.
Ein anderer, für uns äußerst wichtiger Moment, der
nicht mehr mit der Einlebensphase, sondern mit dem
Alltag zusammenhängt, ist der Empfang, der
die Trennung vom Elternteil bedeutet und so
gestaltet wird, dass er jeden Tag gleich ist und in
beruhigender Weise erfolgt. Auch wenn sich der
Gedankenaustausch mit dem Elternteil gewöhnlich aus
Zeitmangel oft auf wenige Sätze beschränkt, ist man
dem Kind gegenüber sehr „einladend“, man stellt ihm
den Tag und die geplanten Spiele vor und nimmt es,
durch eine Reihe von ritualisierten Tätigkeiten
(z.B. zusammen den Speiseplan anschauen, den Mantel
im Schrank ablegen, die Hausschuhe anziehen ...), in
die Gruppe auf, damit sich das Kind schrittweise und
ohne Hast den Aktivitäten und den anderen Kindern,
von denen es erwartet wird, nähern kann, mit der
Gewissheit, dass das Elternteil „fortgegangen ist,
aber zurückkehren wird“. Auch auf den Zeitpunkt des
Abschieds wird dasselbe Augenmerk gelegt,
damit das Kind unbeschwert und mit dem Wunsch,
zurückzukehren, fortgeht.
Ein anderer Punkt, auf den unseres
Erachtens besonders zu achten ist, betrifft die
Gestaltung der Räume. Zimmer und
Einrichtungsgegenstände sind als echtes
erzieherisches Hilfsmittel zu betrachten und daher
so zu gestalten, dass sie den Entwicklungsphasen der
Kinder angepasst sind und ihnen die größtmögliche
Freiheit sowohl beim Sich-Bewegen als auch beim
Gebrauch der ihnen zu Verfügung gestellten
Gegenstände und Spielsachen lassen.
Wir achten auch sehr auf die Haltung, welche die
Tagesmütter den Kindern gegenüber einnehmen sollen:
Wir wollen den Kleinen die Freiheit lassen, die sie
brauchen, wobei wir ihnen aber ständig
Aufmerksamkeit schenken und immer für sie einen
Bezugspunkt darstellen, der Sicherheit vermittelt,
da wir uns der „Spuren“ bewusst sind, die
unser Verhalten in den Kleinen zurücklässt, die
zusammen mit uns den Tag verbringen.
Wir arbeiten unter Beachtung der
kindlichen Zeiten und sind darum besorgt, den
Tagesablauf so zu gestalten, dass alles in Ruhe
verrichtet werden kann und man ihren Interessen
entgegenkommt.
Wir versuchen die mit
dem Alltag zusammenhängenden Situationen so weit wie
möglich aufzuwerten (die Mahlzeit, den Schlaf, die
körperliche Hygiene usw.) und den Kindern Freiraum
für die Entwicklung ihrer Selbstständigkeit zu
lassen, ohne sie dabei in die Abhängigkeit von
Erwachsenen zu treiben sondern durch das Aufbauen
bedeutungsvoller Beziehungen, die Vertrauen und
Sicherheit schenken. |